Museumsschließungen auf Rügen

Der Vorstand bedauert die Schließung von drei Mönchguter Museen, die sich jedoch als unabwendbare Konsequenz aus der finanziellen Situation des Fördervereins als Träger ergeben.

Der Vorstand sieht in den Schließungen einen jüngsten Präzedenzfall in einer Kette von anhaltenden Fehlentwicklungen in der Museumslandschaft des Landes:

  1. Während sich das Land Mecklenburg-Vorpommern seit inzwischen mehreren Jahren um die konzeptionelle Weiterentwicklung der Theaterlandschaft bemüht, ist die Sicherung der weitaus differenzierteren und umfangreicheren Museumslandschaft als gemeinsame Aufgabe unterschiedlicher Träger bisher nicht einmal als Problem thematisiert.
  1. Wie verschiedene andere Beispiele zeigen, ist die vielfach angestrebte Privatisierung ehemals öffentlich betriebener Museen, häufig ein den Bestand gefährdender Irrweg.
  2. Die grundlegende Aufgabe der Bewahrung dinglicher Geschichte für künftige Generationen ist eine durch Land, Landkreise und Kommunen gemeinsam zu leistende öffentliche Aufgabe. Diese bedarf einer konzeptionellen Grundlage.
  3. Der Verband hat auf das Fehlen gesetzlicher Grundlagen für öffentliche Sammlungen mehrfach hingewiesen, während diese für Archive, Bau- und Bodendenkmale sowie für nicht in öffentlicher Hand befindliche schützenswerte Objekte bestehen.
  4. Die Bewahrung des in öffentlichen Sammlungen befindlichen dinglichen Erbes als traditioneller Museumsaufgabe ist eine nicht delegierbare Aufgabe öffentlicher kultureller Daseinsvorsorge.
  5. Die zunehmend ausschließlich touristische Wahrnehmung der Museen durch die Träger führt zunehmend zu finanzieller und personeller Vernachlässigung wissenschaftlicher Arbeit und Bestandsbewahrung in den Museen.
  6. Selbst in ausschließlich touristischer Wahrnehmung ist die Schließung der traditionsreichen Einrichtungen der Touristeninsel Rügen jedoch nicht hinnehmbar.
  7. Die personelle und finanzielle Ausstattung der Einrichtungen des "Museumslandes Mecklenburg Vorpommern" wird leider auch durch folgende Zahl illustriert: Unter den über 550 Teilnehmern der kürzlichen Tagung "Museum machen - Museumsmacher" des Deutschen Museumsbundes, waren genau fünf aus unserem Bundesland (0,9 %).